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Mittwoch, 16. Februar

Der "Blogvirus" hat mich befallen und das trotz meinem nicht mehr taufrischem Alter, mal sehen, was daraus wird !

Ein Versuch kann ja nicht schaden. Mitte Jahr ziehen wir aufs Land und da werde ich sicher Zeit dafür haben. Doch vorher muss unser altes Haus noch umgebaut werden, denn wenn ich schon abgelegen wohnen muss, dann wenigstens gemütlich und komfortabel.


Hier ein Bild des alten Dorfkerns von Comprovasco, aufgenommen ca. 1968 mit dem Teleobjektiv, was die Häuser noch mehr ineinander verschachtelt erscheinen lässt.

Im Vordergrund unten unser Haus, damals noch mit Granit-Steindach und kleiner Lukarne.

Sonntag, 20. Februar
Hier soll eine Art Tagebuch über den Umbau und Renovation unserer zukünftigen Bleibe in Acquarossa/Comprovasco entstehen. So können meine BF's, wenn sie Lust dazu haben, den Verlauf mitverfolgen.
Das Abenteuer kann beginnen, am 14. Februar in der Frühe rückte der Bautrupp an.Ein LKW, 5 kräftige Männer mit allen Werkzeugen, darunter 2 Presslufthämmer. Mein Mann hatte schon in der vorigen Woche die anfallenden Arbeiten mit dem Baumeister besprochen. Zwei Tage vor Baubeginn bekam er eine fiebrige Erkältung, nieste und schniefte und fühlte sich ganz zerschlagen. Trotzdem fuhr er am Montag hin während ich zu Hause blieb und hoffte, dass alles gut ginge und keine grossen Schwierigkeiten auftreten würden. Es mussten verschiedene Mauern niedergerissen werden, auf dem Plan hatte ich sie gelb eingezeichnet. Die Bauleute checkten zuerst den Zustand von Böden und Wänden ab und stellten fest, dass bei den Umbauarbeiten in den 60-iger-Jahren gepfuscht worden war. Die Schwiegermutter hatte damals das ausgediente, alte Schulhaus günstig erwerben können. Ursprünglich bestand das Haus aus je einem grossen Lokal pro Stockwerk plus den grossen Dachboden. Die Schwiegermutter hatte es dann so umbauen lassen, dass eine 4- Zi.-Wohnung daraus entstand und dabei wurde offenbar viel improvisiert.
Im 3.5 Meter hohen Erdgeschoss (der jetzigen Garage) wurde früher geschlachtet, die grossen Haken am massiven Holzbalken zeugen davon. An der Aussenwand sind noch Ringe eingelassen, daran band man die Tiere fest beim Viehmarkt, der früher auf dem Platz vor dem Haus abgehalten wurde. Aber das war vor vielen, vielen Jahren.
Zurück zur Gegenwart. Die Bauleute arbeiteten sehr speditiv, die Presslufthämmer ratterten und Mauerstücke fielen, Staubwolken quollen aus den geöffneten Fenstern. Bei der dicken Wand (ca. 70-75 cm) war man sehr vorsichtig und stützte den darüberliegenden Boden ab. Als sie die Mauer abbrachen, kam zum allgemeinen Erstaunen ein alter Kamin zum Vorschein. Das Entfernen der Betontreppe (1963 eingebaut) dürfte etwas heikel werden, ebenso die Oeffnung für die neue Treppe. In der kommenden Woche werden diese Arbeiten in Angriff genommen und wir hoffen, dass es weiterhin trocken bleibt und kein Wintereinbruch erfolgt.

Sonntag, 20. Februar
Heute werden wir nach Acquarossa fahren und ich werde endlich sehen, was in der vergangenen Woche alles gemacht worden ist.
Mein Mann war jeden Nachmittag dort und hat die Arbeiten mitverfolgen können und zum Teil auch dabei geholfen. Wir werden uns mit dem Bodenleger treffen, der sich selber vom Zustand des Bodens überzeugen will, wir möchten einen Korkboden für den Wohnbereich. Ich würde gerne auch noch einige Masse überprüfen, den Fotoapparat habe ich auch dabei.

Nachtrag
So, wir waren in Acquarossa, brrr...war das eine Kälte, ich bin froh wieder an der Wärme zu sein. Ich habe nicht schlecht gestaunt, der Bautrupp hat gute Arbeit geleistet, die Wände sind abgerissen und dadurch erscheint alles viel heller und grösser. Es bringt aber auch die Pfuscharbeit des früheren Umbaus zu Tage. Ein Meisterwerk der Improvisation, im Hohlraum des Bodens lagen neben Bauschutt und Holzresten auch noch leere Sardinendosen und Zigarettenpackungen, waren wohl als Isolation gedacht !!
Wir waren zusammen mit dem Bodenleger und seiner Frau gekommen. Die Männer sahen sich den alten Boden an und besprachen das weitere Vorgehen. Er ist im Tessin der Einzige der Korkböden verlegt.
Wir gingen dann noch ins Restaurant um uns bei einem Espresso etwas aufzuwärmen und hatten dabei ein nettes Gespräch mit dem sympathischen Ehepaar.
Nächste Woche ist eine Besprechung mit dem Elektriker angesagt um festzulegen, wie und was installiert werden muss.

Dienstag, 22. Februar
Gestern Nachmittag war mein Mann auf der Baustelle und lieferte folgenden Bericht:
Der alte Verputz in der Garage ist runter und lässt die Sicht frei auf die Natursteinmauer.
Im hinteren Teil der grossen Garage soll der neue Hauseingang und die Treppe zum Wohnbereich im 1. Stock entstehen. Heute soll mit der Konstruktion der Eingangsebene begonnen werden, sie wird 80 cm höher liegen als die Garage.
Gestern wurden die Mauern mit dem Schlauch abgewaschen, zur Kälte kam noch die Feuchtigkeit dazu. Zum Glück ist das Wetter weiterhin schön und trocken.
Die Kälte noch in den Knochen, kehrte D. am späten Nachmittag nach Hause zurück. Eine heisse Gemüsesuppe mit Siedfleischeinlage war da mehr als willkommen, schlürf.......

Mittwoch, 23. Februar
Heute morgen lagen etwa 5 cm Schnee, es war schön anzusehen. Um 9.30 Uhr kam die Sonne hinter dem Berg hervor und das Weiss löste sich auf, tropfte von den Bäumen. Wir sind froh, dass der grosse Schnee ausgeblieben ist, der fiel nämlich in Italien, was zu einem Verkehrschaos führte.

Auf der Baustelle waren heute früh 5 Minusgrade, es wurde jedoch trotzdem gearbeitet. In der Garage wurden die Vorbereitungen für die Eingangsebene getroffen, sie liegt 80 cm höher als die Garage, morgen wird betoniert.


Nach etlichen erfolglosen Versuchen habe ich es endlich geschafft und kann nun auch Bilder eingeben!
Hier das Haus im "Urzustand"


und hier wie es nach dem Umbau aussehen soll

Donnerstag, 24. Februar
Heute war es sehr kalt und deshalb konnte nicht wie vorgesehen betoniert werden. Dafür gab es eine unerfreuliche Entdeckung als der Heizungsmensch den Kamin inspizierte. Dabei stellte er fest, dass die Holzkonstruktion in den Kamin hineinragt. Was für Stümper waren da in früheren Zeiten am Werk gewesen, mich wundert nur, dass es nie zu einem Brand gekommen ist. Doch jetzt kann ich mir auch die angekohlten Balken im Mansardenboden erklären!!
Für uns bedeutet das: Kamin abbrechen und neu aufbauen lassen, was beträchtliche Mehrkosten zurfolge hat. Deshalb will nun mein Mann plötzlich auf die Zentralheizung verzichten und nur mit Holzöfen beheizen!! Mir sträubte sich das Nackenhaar, ich stelle mir vor, wie wir volle Holzkörbe die Treppen hochschleppen müssen und das in zunehmendem Alter. Nein, es muss eine andere Lösung geben und wenn dabei mein Erspartes draufgeht.

Samstag, 26. Februar

gestern blieb D. zuhause, doch heute fuhren wir gemeinsam zur Baustelle und ich sah die Arbeiten der vergangenen Woche. In der Garage ist die Eingangsebene betoniert und ein Teil der neuen Mauer steht bereits. Dort soll der Aufgang zum 1. Stock hinkommen. In den Stockwerken darüber sieht man durch die Oeffnungen für die zu erstellenden Treppen bis zum Dach hinauf, das sind gut 11 Meter. Ich sah mir auch den Kamin an und konnte nur den Kopf schütteln. Der bestehende Kamin muss wohl abgebrochen und neu erstellt werden um den Sicherheitsvorschriften zu entsprechen.

Ein anderes Detail: wie ich vermutet hatte, standen die Mauern von Garage und 1. Stock nicht direkt übereinander. Deshalb kann ich die Badezimmer etwas vergrössern, was nur von Vorteil ist.

Die alte Treppe steht noch, sie wird abgebrochen sobald die neue fertig ist, danach soll dort das Badezimmer entstehen. Man hat begonnen ein Loch für das Fenster in die Aussenmauer zu schlagen. Die ausgebrochenen Natursteine liegen auf der Treppe, ganz unterschiedlich in der Grösse und Beschaffenheit. Man war offenbar früher nicht sehr wählerisch mit dem Material.

Ueberall stehen Bausteine für die neuen Mauern rum.

Ich habe ein gutes Gefühl, bis jetzt geht alles ganz gut voran.

Montag, 28. Februar
Es ist saukalt heute, doch trocken zum Glück. Eben habe ich die Fotos abgeholt, die ich in den vergangenen 2 Wochen von der Baustelle geschossen habe. Sie werden meinen Bericht vervollständigen. Leider hat dieser Gratis-Blog eine reduzierte Speicherfähigkeit. Deshalb werde ich die Fotos nur kurzfristig drinlassen um nachher wieder Platz für neue zu haben.
Mein Mann ist noch auf dem Bau und ich warte gespannt auf seine Heimkehr, was gibt es wohl diesmal für Neuigkeiten?